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 Jawohl, wir sind wieder unterwegs! Diesmal bleiben uns die lange Anreise über den Rhein und das dadurch notwendige Mast-Stellen erspart, da wir gleich von unserem neuen Liegeplatz im niederländischen Warns (Nähe Stavoren/Ijsselmeer) aus starten können. Unser neuer Hafen "De Stormvogel" ist wirklich schön: Klein und mitten im Grünen gelegen, gleich neben einer aus Backstein errichteten ehemaligen Molkerei. Hier haben wir uns auf Anhieb wohlgefühlt, zumal es nur noch ein Katzensprung in die angrenzenden Segelreviere Ijsselmeer und Wattenmeer ist. Auch die Binnenreviere für eine beschauliche Kanaltour auf der Staande Mast-Route liegen gleich um die Ecke.

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 Gleich vorausgeschickt: 2018 war für uns ein nie dagewesener Mai! Sonne, Wind und gemäßigte bis heiße Temperaturen satt. Wir sind von Dankbarkeit erfüllt, denn wettermäßig haben wir in den Niederlanden auch schon ganz andere Wetter-Abenteuer erlebt. Einfach die Bilder anschauen und mit uns genießen ...

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 Es gab natürlich auch den ein oder anderen Flautentag (mit den entsprechenden Mücken). Das sieht dann in etwa so aus. Aber davon gab es höchstens zwei oder drei!

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 Meistens kamen uns ebenfalls gut gelaunte Skipper nebst fröhlicher Mannschaft entgegen. Aufgetakelt, was das Vollzeug hält, mit bahnbrechenden Geschwindigkeitsrekorden ...

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 Etwas beschaulicher ging es dafür auf den Kanälen zu. Zum ersten Mal konnten wir auf unserer Tour ausgedehnte, leuchtende Tulpenfelder in allen möglichen Farben erleben. Ich frage mich, was denn mit all den voll erblühten Tulpen passiert, da die Pracht ja bekanntermaßen schnell verblüht. Egal, es war einfach nur eine Augenweide!

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 Und da sind wir wieder im Watt. Dieses Mal liegt unser Schwerpunkt eindeutig auf Terschelling. Bisher hatten wir aus unterschiedlichen Gründen diese Insel noch nicht angelaufen. Nach dem jetzigen Aufenthalt sind wir jedoch ein großer Fan der Insel geworden. Es gibt hier eine tolle Natur mit viel Wald und uriger Dünenlandschaft, ein tolles Fahrradwege-Netz, gute Restaurants und einen schönen Hafen. Die Inselatmosphäre ist einfach stimmig und sehr erholsam.

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 Und inspirierend ...

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 ... und urig ...

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 ... und eben erholsam!

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 Aber auch die Freiheitsliebenden und die Wilden kommen hier auf ihre Kosten.

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 Und sind dann bei näherem Hinsehen gar nicht mehr so wild ...

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 Dieses Bild brachte mir einen Artikel von Johannes Leithäuser in der FAZ über die Insel Juist in Erinnerung. Dort zitierte er aus den Buddenbrooks von Thomas Mann. Dass nämlich die Menschen, die das Meer bevorzugten, diejenigen seien, "die zu lang in die Verwicklungen innerer Dinge hineingesehen hätten, so dass sie von den äußeren Erscheinungen wenigstens Einfachheit verlangten." Wie wahr!

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 Hier ein Blick aus der Ferne auf den Hafen von Terschelling und auf den Brandaris. Diesen Namen können wohl nur die Niederländer während ihrer Küstenfunk-Kommunikation so authentisch aussprechen, dass kein anderer Normalsterblicher diese Virtuosität jemals wird erreichen können. Ich jedenfalls nicht!

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 Jetzt kommen wieder einige Landschaftsimpressionen zum Miterleben und ohne Worte ...

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 Diese lustigen Kerlchen hatten beim Beobachten der vorüberfahrenden Radler offensichtlich viel zu lachen (Wir übrigens manchmal auch, psssst!)

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 Lachen ist zwar gesund, macht aber auch sooo müde!

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 Und am besten schläft und träumt es sich mit Gleichgesinnten!

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 Wenn man jedoch nicht aufpaßt, landen all die Gleichgesinnten vor lauter Schlafen und Träumen - wie dieses abschreckende Beispiel zeigen soll - auf dem Alkmaarer Käsemarkt. Also, Jungs und Mädels: Vorsicht ist geboten!

 

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À propos Alkmaar und Käsemarkt: Also erst mal ist Alkmaar ein sehr schönes Städtchen mit Flair!

 

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 Der Käsemarkt selbst ist aber eher etwas für eingefleischte Hardcore-Touristen mit Nerven wie Drahtseile, ohne klaustrophobische Anwandlungen und ausgestattet mit einem verstellbaren Teleskop-Hals zum Erspähen des eigentlichen Geschehens auf dem Käsemarkt über die Köpfe der Mit-Schaulustigen hinweg! Da das alles eher nicht auf uns zutrifft haben wir uns einfach - statt auf den Riesen-Flachbildschirm über dem Markt zu starren - einen Blick hinter die Kulissen erlaubt und den leckeren Käse in stattlicher Anzahl auf den Anlieferungs-Booten entdeckt.

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 So geht es dann mit der wertvollen Fracht weiter und landet schließlich in unserer von Paul selbstgebauten Kühltruhe und anschließend als appetitliche Häppchen auch noch in Pauls Magen. Liebe geht eben (auch) ...

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 Oh Holland, du Schöne! Kühe, Gras und Wasser wohin man schaut ... und manchmal, nein, immer häufiger, strahlend blauer Himmel.

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 So endet ein wirklich breiter, gut ausbauter Kanal, bevor er auf den noch größeren Nordsee-Kanal stößt. In dieser putzigen Schleuse, in die gerade einmal zwei Boote hinein passen ...image301

 Paul und ich in traditioneller holländischer Tracht auf dem Noordzeekanal ... Wenn das keine gelungene Integration ist!

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 Dort warten diese großen Jungs in den vielen Häfen auf ihr Be- und Entladen.

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 Und hier zur Abwechslung wieder mal ein echtes Suchbild. Hinweis: Diese Kerlchen finden sich auch in der Beschreibung unseres Besuches auf Hiddensee, na, dämmert`s?

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 Holland pur!

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 Und Holland putzig.

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 Die nächsten Bilder zeigen Euch die hohe Kunst des Binnenschiffers! Nachdem die Spoorbrug Gouda wegen einer Havarie mal wieder unbrauchbar war, sind wir kurzerhand wieder umgedreht, um einige wirklich schöne Tage in der beschaulichen und sehr sehenswerten Stadt Haarlem sowie in dem angrenzenden Umland zu verbringen. Dabei - ich kam aus dem Staunen nicht heraus - fahren doch tatsächlich noch Binnenschiffe der 85-m-Klasse durch den engen, überwiegend touristisch genutzten Kanal mitten durch Haarlem hindurch.

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 Und das - wie man sieht - auch noch im Doppelpack. Das ist schon eine nautische Meisterleistung!

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 Soo schmal sind die Brückendurchlässe ...

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 und so eng sieht die ganze Angelegenheit von vorne aus!

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 Auf unserer schönen und sehr empfehlenswerten Radtour durch den Zuid-Kennemerland-Nationalpark, zwischen Haarlem und Ijmuiden gelegen, sahen wir Teppiche von wilden Stiefmütterchen,

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 ... und diese besondere Art von Meiklokkjes (?) an dicht bewaldeten, gefühlte 100 m hohen alten Dünen. Wir sind am nächsten Tag nochmals dorthin gefahren und haben beide Touren mit einem leckeren Essen im beschaulichen Örtchen Bloemendal abgerundet. Haarlem und Umgebung sind wirklich einen Abstecher wert.

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 Außerdem hat Paul hier endlich ein paar passende Holzschuhe gefunden. Als Decksschuhe waren sie jedoch ziemlich ungeeignet, so dass wir sie vor Ort gelassen haben ...

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 Dieser imposante Herr hat zwar den Buchdruck mit Metall-Lettern erfunden, aber gegen unseren guten Mainzer Gensfleisch Gutenberg kann er dann doch nicht anstinken, denn was den Buchdruck grundsätzlich angeht, war dieser nun Mal der Erste!!

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 Tja, und dann sind wir im Touristen-El Dorado Volendam gelandet. Ich erspare mir jegliche Kommentare über Rüdesheimer Drosselgasse, China-Kitsch und ähnlich Despektierliches. Lediglich ein Hinweis sei gestattet: Es gibt sie jetzt - endlich - die Original Holzschuhe aus weichem und bequemen Stoff, anschmiegsam am Fuss und farblich vielseitig. Wenn das kein Grund ist, nach Volendam zu fahren!

Leider wurden wir jedoch - direkt vor unseren Augen - Zeuge eines kleinen Dramas, und dieser stolze Kerl auf diesem Foto spielte darin leider die tragische Hauptrolle. Wie gesagt, die internationalen Touristenmassen in Volendam kaufen nicht nur jede Menge Schrott, sondern sie schlagen sich während dessen auch noch kräftig den Bauch voll. Dies wollte unser gefiederter Gast natürlich auch, möglichst mit Kibbeling oder lekker Paling!

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 Aber, O Drama, die vedammte Tür war zu, afgesloten, finito! Nix mit Paling ... Uns brach schier das Herz, deshalb sei dem armen Kerl hier ein ewiges Denkmal gesetzt.

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 Häufig sieht man  - leider - in manchen Häfen verlassene Boote, die still vor sich hin rotten. Deshalb wird es Zeit, etwas für den nautischen Nachwuchs zu tun. Wir sind dafür leider schon etwas zu alt. Aber lieber junger Leser, fühlt man sich bei diesem Anblick nicht motiviert und animiert, einen kleinen aber entscheidenden Beitrag zu leisten?

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 Von unserem jetzigen Heimathafen Warns sind es nur ein paar kurze Radkilometer ins schöne Hindeloopen. Dort gibt es am alten Hafen lekker Ijs und eine sehr empfehlenswerte Fischbude mit Kibbeling und frischen, fast noch lebenden Matjes, die eigenhändig brötchengerecht zurechtgeschnitten werden. Den anschließenden Verdauungs-Spaziergang sollte man durch das schöne Örtchen machen.

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 Hier gibt es auch noch den klassischen "Kirchhof", wo man im Schatten seiner Kirche in Frieden ruhen kann. Zumindest dann, wenn sich die Touristen wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreut haben.

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 Irgendwann - denn Südholland musste ja wegen der Spoorbrug-Havarie ausfallen, sind wir dann wieder auf der schönen Insel Terschelling gelandet, für ein Fahrrad-Vergnügen vom Feinsten.

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 Und zum Ende der Rundtour kündigte sich schon das HT Race 2018 an.

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 Segelboote über Segelboote, die alle am H(arlingen)-T(erschelling) Race teilnahmen.

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Über 100 Jachten füllten in kürzester Zeit den gerade noch geruhsamen, angenehm leeren Terschellinger Hafen. Schiffe aller Klassen beteiligten sich an dieser jährlich stattfindenden Regatta. Am nächsten Morgen war der Spuk innerhalb einer Stunde genauso schnell  wieder vorbei: Denn es ging auf die Rückregatta von Terschelling nach Harlingen.